Der Wetterbericht für Samstag war einigermaßen günstig. Wind aus Südwest, Stärke 4 bis 5 in Böen 6. Also habe ich die Entscheidung getroffen, doch gleich nach Tyborön in Dänemark zu segeln. Die Strecke sind ungefähr 90 Seemeilen, umgerechnet 160 km. Das ist ganz schön lang. Mein Routing sagte mir, ich solle möglichst um 3:00 Uhr losfahren, dann bin ich wahrscheinlich bis 17:00 oder 18:00 Uhr da. Mit ein bisschen Gerenz für langsames Segeln, aus welchen Gründen auch immer.
Also am Abend alles vorbereitet, das heißt ein paar Stullen geschmiert, eine Thermosbüchse mit warmen Fleischklößchen in Wildsoße gemacht und zwei Kannen Tee gekocht. Dann einigermaßen früh schlafen gelegt. Ich habe mir den Wecker für 2:00 Uhr gestellt. Natürlich hat er nicht geklingelt, war aber auch gar nicht nötig, da ich längst wach war. Dann die letzten Vorbereitungen und im Dunkeln losgefahren.
Das fühlte sich erstmal ganz schön spooky an. Der Wind war aber ok und ich bin ganz gut vorangekommen, zum Teil mit 7 bis 8 Knoten in die richtige Richtung. Das Routing hatte vorgesehen, dass ich erst ein bisschen weiter nach Westen halte, um dann bei zunehmend linksdrehendem Wind den Kurs noch ohne viele Wenden anliegen zu können. Leider war das nicht so. Die letzten 30 Meilen war der Wind sehr spitz, ebenso die Wellen und auch der Strom, so dass ich noch ein gutes Stückchen an der dänischen Küste hochkreuzen musste. Gegen 20:00 Uhr bin ich dann angekommen.
Angekommen war ich völlig platt. Ich habe mir noch ein Bierchen genommen und bin dann relativ schnell in die Gruhe gefallen. Am nächsten Tag habe ich mich mit meiner Familie verabredet. Nike, meine Nichte, ihr Mann Joel und Malia, deren Tochter, machen Urlaub um die Ecke und haben mich besucht. Wir haben zusammen eine Robbensafari in den Thyboronkanal gemacht und einen sehr schönen Nachmittag verbracht.
Für den nächsten Tag ist relativ viel Wind vorhergesehen, ebenso für Dienstag, sodass ich hier noch ein paar Tage bleiben werde










