Ich hätte sicherlich noch einen Tag in Christiansand bleiben können, um mir die Museen und die Stadt noch ein wenig anzuschauen, aber irgendwie hat es mich weitergezogen.
Das erste Ziel wurde mir von einigen Seglern und Motorbootfahrern, die ich hier getroffen habe, sehr ans Herz gelegt. Ny Hellesund. Ny Hellesund ist wohl bekannt für eins der größten Mittsommernachtsfeuer in ganz Skandinavien. Es gibt Menschen, die haben sich den Besuch dieses Feuers auf ihre Bucketlist gesetzt.
Bei leichtem Wind war es ein kurzer und angenehmer Turn nach Ny Hellesund. In Ny Hellesund selber kann man nicht ankern, aber wenn man um die Insel herumfährt und dann wieder in eine tiefe Bucht abbiegt, findet sich ein wunderbar geschützter Ankerplatz.
Leider war ich nicht der Einzige, dem dieser Ankerplatz bekannt. Die Bucht war gepackt voll mit Ankerliegern und Uferliegern, Paddelbooten, Schlauchbooten, Motorbooten, Segelbooten und allem, was man sich so schwimmend vorstellen kann. Da meine Freunde auch hierher sind, wollt ich bleiben und hab ich dennoch einen schönen Ankerplatz mit meiner neuen verlängerten Kette gefunden.
Auch wenn es sehr schön warm war, kann man aber leider an Baden nicht wirklich zu denken, da in dieser Bucht auch Quallen ganz offensichtlich ein paar Urlaubstage einlegen und hier in hoher Konzentration vorhanden sind. Alle von diesen Quallen unterscheiden sich von den Ostseequallen dadurch, dass sie lange Nesselfäden haben und doch ordentlich brennen.
Auch hier hätte man sicherlich noch bleiben können, aber es war mir einfach zu voll. Ich habe mich von meinen Freunden, die nun wieder ostwärts den Oslofjord entlangsegeln wollen, verabschiedet und mir in Richtung Westen ein neues Ziel gesucht. Eigentlich wollte ich nach Mandal fahren, aber auf den Weg dahin, habe ich gesehen, dass es ein, zwei Ankerbuchten gibt, die vielleicht nicht so voll sind, und habe mir erst mal die angeschaut. In der zweiten Bucht war es wirklich völlig leer, und ich war der einzige. Vielleicht nicht ganz ideal geschützt, aber bei dem wenigen Wind den wir in der Vorhersage hatten, war es kein Problem, und der Anker hat die ganze, kurze Nacht gehalten.
Jetzt stellte sich die Frage, wie es weitergehen sollte. Hier in der Ecke sollen die nächsten drei, vier Tage kein ernstnehmender Wind kommen. Um das Kap der Stürme rum, zumindest für zwei bis drei Tage, kein Wind. Dann an der Westküste Norwegens wieder heftiger Nordwind.
Ich hätte sicherlich hier noch im Süden bleiben können und ein paar Ankerbuchten abklappern können. Ich könnte mir noch ein paar Städtchen anschauen, aber eigentlich war mir danach ein paar Meilen Richtung Norden zu machen, den langen Weg nach Stavanger, also entschied ich mich, ganz früh am Morgen, um 3:00 Uhr, aufzubrechen. Wenn wirklich kein Wind sein sollte, auch unter Motor Richtung Egernsund zu fahren, was ungefähr der halbe Weg nach Stavanger ist.










