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Der letzte Schlag nach Bergen war ganz schön lang. Ich war 14 Stunden unterwegs. Leider verschlechterte sich das Wetter immer mehr, sodass ich immer wieder auch Regenschauer mit Winddrehern und dann großen Windlöchern hatte.

Ich wollte zur Marineholmen Gästebrücke. Hierfür musste man per E-Mail oder im Notfall auch telefonisch die Öffnung einer Klappbrücke mindestens eine halbe Stunde vorher beantragen. Habe ich getan, und mir wurde eine Brückenöffnung um 16:30 Uhr zugesagt.

Bevor man zu der Brücke kommt, fährt man ein Stückchen durch einen Kanal, auch unter einer Autobahnbrücke durch. Ich fand es spannend, dass direkt hinter mir ein Bohrinsel-Versorger auch in diesen Kanal fuhr. Ich war mir nicht sicher, ob dieser auch unter der kleinen Fußgänger-Klappbrücke durch wollte, aber er wendete im Kanal und machte längsseits fest. Es war ein eindrucksvolles Manöver, denn der Bohrinsel-Versorger war gefühlt 20 m länger als der Kanal breit. War er natürlich nicht, aber es war schon ein sehr präzises Wendemanöver.

Am nächsten Tag habe ich nach langem Ausschlafen und Abwarten, bis die schlimmsten Regengüsse vorbei waren, eine Erkundung von Bergen mit dem Fahrrad gemacht. Bergen ist ganz schön bergig. Ich hätte mir ein E-Bike gewünscht, ging aber auch mit meinem kleinen Klapprenner.


Bergen ist schon sehr schön und dementsprechend auch sehr beliebt. Viele Kreuzfahrtschiffe, entsprechend viele Touristen, gerne hochkomprimierte chinesische Reisegruppen und auch sehr viele Amerikaner. Neben den Kreuzfahrtschiffen lagen auch einige eindrucksvolle Motor- und auch eine eindrucksvolle Segeljacht im inneren Hafen von Bergen. Den habe ich vermieden, weil hier doch sehr viel Trubel ist. Ich habe mir einen Ausflug auf den Floien mit der Zahnradbahn gegönnt. Von hier hat man eine grandiose Aussicht über die Stadt Bergen. Oben kann man ein bisschen wanders, ich habe mir eine kleine Wanderung zu einem kleinen See gegönnt. Abends habe ich mir in einem der Fresszelte am Hafen einen Heilbutt mit Brokkoli- und Süßkartoffelstampf zusammen mit einem Glas Wein geleistet. Das Essen war ziemlich lecker, der Wein okay und der Preis norwegisch.


Für den nächsten Tag habe ich zusammen mit der wirklich hilfreichen Bergener Touristeninformation eine kleine Exkursion zu ein paar Highlights in der Nähe organisiert. Hierfür ging es zunächst mit dem Zug und Bus nach Gudham. Von hier ging es weiter mit einer Katamaranfähre durch den Naeroy Fjord nach Flåm.

Von Flam aus fuhr ich mit einem Mini-Bus zum Steigerstein Viewpoint. Hier geht es über eine enge Straße mit vielen Serpentinen, aber meistens einspurig, mit ein paar Ausweichstellen, aber mit mehreren Staus, weil auch große Busse und Wohnmobile mit nicht so versierten Fahrern diese Straße passieren zum Aussichtspunkt. Die Aussicht von hier war schon genial. Obwohl es den ganzen Tag über bedeckt und etwas regnerisch war, rissen hier die Wolken auf und erlaubten ein paar sehr schöne, zum Teil sehr dramatische Fotos von den Fjorden. Eins meiner absoluten Highlights.

Zurück in Flam ging es dann mit der Flambahn über Myrdal zurück nach Bergen. Die Flambahn ist auch eines der touristischen Highlights dieser Ecke Norwegens. Sie führt durch ein wunderbares Tal mit interessanten Aussichten und macht einen Stopp an einem Wasserfall, der direkt unter den Schienen durchgeht. Hier wird auch noch eine kleine Touristen-Show mit Musik und einer vermeintlichen Fee durchgeführt.

Abends habe ich mir an Bord dann die Wetterberichte der verschiedenen Anbieter für die nächste Zeit angesehen und nach vielem Hin und Her beschlossen, nicht weiter nach Norden zu segeln. Auch die Region Bergen wollte ich verlassen, da es hier in den nächsten drei Wochen mehr oder weniger durchgängig schlechtes Wetter mit Regen, Starkwind und so weiter haben sollte. Also fasste ich den Entschluss, wieder in Richtung Süden in Richtung besseren Wetters zu fahren.


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