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Sonntagsfrüh gegen 8:00 Uhr bin ich aufgebrochen in Richtung Lysefjord. Es war kein Wind, also wieder unter dem Motor. Etwas später kam dann ein leichter Wind, und ich konnte gemütlich um viele Lachsfarmen durch den Stavangerfjord segeln. Als ich näher zum Lüsefjord kam, ließ der Wind nach, und es wurde wieder Motort. Unter Motor ging es dann in meinen ersten echten Fjord. Am rechten Ufer sah es ein bisschen aus wie eine bayerische Berglandschaft, am linken Ufer doch eher wie die Steilwand am Gardasee. Die Steilwand wurde immer steiler und höher. Schon sehr eindrucksvoll. Ich habe wahrscheinlich viel zu viele Fotos gemacht, ein paar werde ich mal hier unten anhängen.


Lediglich durch die andauernd aus Stavanger angeschossen kommenden Speedboote voll besetzt mit Touristen von Kreuzfahrtschiffen sowie Hochgeschwindigkeitssusflugsboote vollbesetzt mit den nicht so spendierfreudigen Kreizfahrern, die als Katamaran trotzdem Wellen werfen wie ein ein subaquatisches Erdbeben, wird die einmalige Stimmung, ein wenig getrübt. Die Fahrt in den Fjord ist ganz schön weit. Der Fjord ist insgesamt 42 km lang. Nach ca. 8 km kommt man a den Preikestul, den Höhepunkt des Fjordes, zumindest aus touristischer Sicht. Noch ein Stückchen weiter kommt es zu einem Wasserfall, und dann drehen alle Kreuzfahrer, Katamaranfähren und die meisten Freizeitskipper wieder um.


ich bin dann noch acht Meilen weiter nach Florli gefahren. Hier ist ein ehemaliges Kraftwerk mit einer Anlegestelle, wo man mit Heckbohlen ganz gut liegen kann. Das ehemalige Kraftwerk ist heute umgebaut zu einer Wanderherberge und einem kleinen Museum. Wer Lust und Kraft und Kondition hat, kann von hier aus eine Holztreppe parallel zu den Fallrohren des Kraftwerks nach oben steigen. Insgesamt 4.444 Stefan. Ich habe mir das nicht zugetraut und gemütlich in meinem Boot den Nachmittag verbracht, nur kurz unterbrochen von einer Kontrolle durch die norwegische Küstenwacht.


Das Küstenwachtboot lag den ganzen Tag in der Nähe des Florli, so heißt das Kraftwerk, und hat die Crew in zwei Etappen die Treppe steigen lassen. Bevor sie wieder abgefahren sind, haben sie die Chance genutzt und die ausländischen Schiffe kontrolliert. Sie kamen zu dritt an Bord, sehr freundlich und sehr höflich, und wollten einfach nur Bootspapiere und meinen Ausweis sehen. Sie interessierten sich nicht für Alkohol und solche Sachen oder dachten, ich hätte keinen an Bord, sondern wollten einfach nur wissen, wer da nach Norwegen kommt. Wir haben uns gut eine Viertelstunde freundlich unterhalten, und dann sind sie zwei Boote weiter zu einem Polen gegangen. Ich habe noch nie so eine freundliche, höfliche Kontrolle durch irgendwelche Behörden kennengelernt. In Deutschland wäre sowas völlig undenkbar.


Am nächsten Morgen bin ich gegen 6:00 Uhr wach geworden und habe einen wunderbaren Tagesanbruch erlebt. Da auch ein leichter Wind war, habe ich schnell einen Kaffee getrunken und bin dann sofort losgetuckert. Nach wenigen Metern habe ich die Segel gesetzt und bin den ganzen Fjord zurück gekreuzt. Ich habe keine Ahnung, wie viele Wänden es waren, wer Lust hat, kann ja mal zählen. Ich werde meine Route als Bild anhängen. Nur meine Arme sind ganz schön lang geworden. Leider ist hierbei mal wieder die Selbststeueranlage ausgestiegen, beziehungsweise hat mit schöner Regelmäßigkeit den Dienst quittiert, um dann nach Neustart wieder zu funktionieren. Etwas nervig. Ich habe dann die Ersatzanlage genommen und konnte damit auch ganz gut den Fjord hinunterkreuzen. Auch hier habe ich wieder ein paar Bilder zu viel gemacht.


Da in Stavanger der Hafen, wegen einer Großseglerveranstaltung dicht ist, habe ich mir einen kleinen Hafen auf der Ostseite des Stavangerfjords gesucht und hier dann festgemacht. Ich habe dann die Steckkontakte der Selbststeueranlage, die ein bisschen wackelig waren, ausgebaut, neu fixiert und wieder eingebaut. Ich hoffe, das Problem ist damit behoben.

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