Um 3:00 Uhr war ich wach. Ich hatte mir den Wecker gestellt, aber nicht gehört. Die Kurste nach war ich dennoch wach. Anker auf und los. Leider war, wie zu erwarten, kein Wind, also unter Motor nach Norden. Die erste Etappe waren etwas über 64 Meilen bis nach Egansund. Im Großen und Ganzen war die Tuckerei ziemlich ereignislos. Da ich so früh losgefahren bin, bin ich auch noch zu einer guten Zeit in Egansund angekommen. Hier einen schönen Platz an der Brücke bekommen.
Egan Asund ist leider nicht wirklich erwähnenswert. Ich habe ein paar Schritte durch die Stadt gemacht, mir abends einen Film angesehen und mich früh ins Bett verholt. Am nächsten Morgen gegen halb fünf, der Wecker hat wieder nicht geklingelt, habe ich die Leinen losgemacht und bin in Richtung Stavanger gefahren. Erneut ohne segelbaren Wind.
Erstaunlicherweise gab es draußen aber Wellen, als ob es ordentlich Wind hätte. Es war ein ganz schönes Geholper. Leider hat sich das Schiff unter Deck nicht so sauber verstaut, sodass einiges durch die Gegend geflogen ist. Gott sei Dank ist das Olivenöl nicht ausgelaufen. Irgendwann beruhigten sich die Wellen allerdings, und es wurde eine erneut ziemlich langweilige Tuckerei bis nach Stavanger. Hier habe ich im Hafen Borewiga einen schönen Liegeplatz bekommen. Der liegt ziemlich genau in der Stadt, nicht genau an der Partymeile, aber von dort mit dem Radl nur zwei Minuten.
Ich habe das Thema ein bisschen mit dem Rad und zu Fuß erkundet. Es ist eigentlich eine ganz schöne Stadt, mit vielen alten Holzhäusern, die meisten davon weiß gestrichen, einer sehr schönen Altstadt sowie einigen interessanten Museen. Ich habe während meines Aufenthalts das Druckmuseum, das Fischkonservenmuseum und das Ölmuseum gesehen. Jetzt werde ich wieder ein paar Tage ohne Museen auskommen.
Am zweiten Tag ins Stavanger wollte ich eine Tour zum Preikestul machen und dort auf das Hochplateau wandern. Ich hatte eine Busfahrt dorthin gebucht, aber als ich mit dem Bus dort angekommen bin, gab es von der Go Marina App eine Benachrichtigung, dass ich den Liegeplatz bis heute Mittag räumen müsste, da eine Tallships Regatta in der nächsten Woche in Stavanger stattfindet. Folgsam wie ich bin, habe ich den Bus wieder zurückgenommen, und wollte meinen Liegeplatz räumen. Vor Ort waren aber noch alle Liegeplätze belegt. Keiner hat den Hafen verlassen. Über die App gab es keinerlei Informationen, also die Hafenverwaltung angerufen. Die haben mir dann freundlicherweise mitgeteilt, dass ich gerne noch einen Tag bleiben könnte und hier für nichts zahlen müsste, da die Schiffe bisher nicht im Anmarsch seien, um an der Regatta teilzunehmen.
Hm, war ich ein bisschen enttäuscht. Freundlicherweise wurde mir die Liegeplatzgebühr erlassen, und ich hatte sogar einen Code für Strom bekommen. Ich hab mir Stavanger noch etwas genauer angeschaut und einen Blick auf die riesigen Kreuzfahrtschiffe genommen, die jeden Tag in Stavanger angelegen. Meistens 1, heute sogar 2. Die Stadt hat geschätzt 15.000 Einwohner. Wenn die Kreuzfahrtschiffe da sind, sind es etwa 25 % mehr. Diese 25 % drücken sich dann in der Altstadt rum, in der Shoppingmeile, und lassen sich mit Speedbooten in den Lysefjord fahren. Ganz schön was los. Die Stadt ist schon sehr auf den Tourismus eingerichtet. Die Läden sind dementsprechend, die Kneipen ebenso. In der sogenannten Altstadt gibt es eigentlich kaum einen Laden, der für Norweger interessant ist. Kann man die Kneipen auch eher doch für Touristen, und das Halligalli hat ein bisschen was von Mallorca light. Natürlich ist auch hier die Altstadt auf die Fußball-WM eingerichtet gewesen, mit einer riesen Public Viewing Leinwand, live Musik und all was dazu gehört.










