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24. Juni 2026

Oscarsborg bis Oslo

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Das Segeln bis Oscarsborg war das reinste Vergnügen an der Grenze zum Wahnsinn. Ich hatte achterlichen Wind, zum Teil bis 20 Knoten, volles Groß und Genua draußen, diese aus Stabilitätsgründen ausgebaumt. Die Logge kratzte immer wieder an 8 Knoten. Für eine Najad 320 ist das hier die Schallgrenze, aber das Schiff hat es problemlos vertragen und sogar der Autopilot konnte das gut steuern. Irgendwann habe ich übernommen, um die Wellen ein bisschen besser runterrutschen zu können.


In Oscarsborg angekommen, war ein sehr freundlicher Hafenmeister, der mir beim Anleger geholfen hat. Hier wurde mit einer Heckboje und dem Bug zum Steg festgemacht. Erstaunlicherweise waren in diesem Hafen gleich fünf deutsche Schiffe direkt nebeneinander, so eine Art deutsche Kolonie. Habe ich so auf meiner Reise noch in keinem Hafen gesehen. Auch der Hafenmeister sagte, dass er eine eher ungewöhnliche Konstellation.


Oscarsborg war einer der Sargnägel der Nazis im 2. Weltkrieg. Von dieser Festung aus wurde der Schlachtkreuzer Blücher von den Norwegern versenkt. Dadurch konnte die norwegische Regierung, das Königshaus und der Goldschatz in Sicherheit gebracht werden. Das war ein empfindlicher Schlag ins Kontor der Nationalsozialisten und hat den Aufbau des norwegischen Widerstands und der Auslandsregierung ermöglicht.


Heute ist die Festung ein Museum und Hotel, wo diese Geschichte natürlich ausführlich erzählt wird. Man kann hier durch die alten Festungsgräben und Tunnel wandern, meistens ohne einen Menschen zu sehen. Man kann zudem in ein Museum gehen, auch hier ohne viele Besucher und auch alles umsonst. Habe ich gemacht. War wirklich interessant.


Am Mittwoch bin ich dann weiter in Richtung Oslo gesegelt. Leider schlief der Wind ein, sodass ich die letzten anderthalb Stunden motoren musste. Ich wollte zunächst in die Marina Aker Brygge, ganz in der Nähe der Innenstadt, kommen, habe da aber keinen Platz mehr bekommen. Ich bin dann im königlich-norwegischen Segelclub sehr gut untergekommen. Hier konnte ich Diesel nachtanken und habe von einem sehr freundlichen Hafenmeister auch einen schönen Platz zugewiesen bekommen. Direkt gegenüber lag ein Norweger, der mir beim Anlegen geholfen hat und auf Nachfrage ungefähr eine halbe Stunde lang erzählte, was in Oslo alles sehenswert ist. Er ist total begeistert von seiner Stadt. Ich hoffe, ich werde das auch sein und werde nun die Stadt erkunden.

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