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Nachdem ich in Sandefjord einen zweiten Tag komplett unter der Kuchenbude verbringen musste, weil es ordentlich geregnet und noch ordentlicher gewindet hat, bin ich dann aufgebrochen und habe mir eine nette Ankerbucht gesucht. Auf der Karte hatte sie einen norwegischen Namen und einen Spitznamen! Der steht oben. Die Übersetzung ist einfach. Da wollte ich hin.


Bei immer noch relativ viel Wind mit erst Vollzeug, dann gerefften Segeln, bin ich mit ziemlich hohen Geschwindigkeiten zwischen den Schären, zum Teil sehr unangenehm, bei einer sehr hohen Altsee, geschätzt 2 m, durch das Skaggerak geschippert . Ich war froh, als ich irgendwann wieder landeinwärts in geschützte Gewässer abbiegen konnte. Hier war es nun ein bisschen eine Kreuzkomma, aber nicht mehr bei so hoher See und nicht mehr bei so starkem Wind. Irgendwann führte der Weg durch einen wunderbaren, sehr schmalen Sund. Hier habe ich dann die Segel runter und hat den Motor angemacht. Am Sund waren rechts und links nette kleine Häuschen, Boote jeder Art, bis hin zu einer verrosteten alten Fähre. Hier kann man sich wohlfühlen. Am Ende des Sundes nochmal ein offenes Stück Wassertiefen gespickt mit Untiefen unter 1 m, und dann ging es in die Paradiesbucht. Hier war es schon ganz schön voll, aber an einem Stein war ein Steg montiert, und hier war tatsächlich noch ein Platz frei, aber man musste entweder Heckanker oder Römisch-Katholisch anlegen. Ich versuchte, das Problem zu lösen, indem ich erst mal rückwärts einen Steg vorkam, eine Hilfsleine auf die Klampe auf dem Steg legte, dann unter Motor in die Mitte der Bucht tukkerte und den Anker fallen ließ. Die Mitte der Bucht war aber 16 m tief, sodass man eigentlich keine Chance hatte. Ich habe ihn bis zum Ende untergelassen, aber er hat nicht gehalten. Ich hab das mal über zwei Mal wiederholt, ohne dass es funktioniert hat.


Der Wind kam aus der richtigen Richtung, sodass ich nicht quertrieb, und ein freundlicher Schwede, der nebenan lag, bot mir an, mit seinem Gummiboot einen neuen Anker auszubringen. Ich habe dann meinen zweiten Anker aus der Backskiste gekramt, eine lange Leine befestigt und die mit dem Gummiboot ausgebracht. Siehe da: hielt auf Anhieb!


Die Paradiesbucht ist in einer Inselkummer s-förmig umgeben von sehr hohen Felsen mit flachen und tiefen Anteilen. An den entsprechenden Anlegemöglichkeiten lagen vor allen Dingen norwegische Motorboote, teils kleine, teils auch sehr, sehr große. Im Laufe des Freitagabends und des Samstags kamen noch viel mehr, vorzugsweise sehr große Motorboote. Die norwegischen Menschen scheinen Motorboote zu lieben, was natürlich auch Sinn macht, wenn man viel zwischen den Steinen herumfährt und auch das Kleingeld hat, um sich ein 52-Fuß-Motorboot zu leisten.


Am Samstagmittag kam ein solches Motorboot und legte sich direkt neben mich. Leider legte er seinen Anker über meinen, sodass er mich wegdrückte und meinen Anker ausbrach. Erst war das nicht so schlimm, aber als dann auf der anderen Seite auch noch zwei große Motorboote festmachten, wurde es etwas eng. Aber ohne großes Meckern sagte der Norweger: Wir können ja meinen Anker mit seinem Gumbos, das er auf einer Plattform als Beiboot mitbrachte ausbringen und so haben wir es gemacht. Der Norweger stellte sich dann als sehr nett heraus und gab mir noch ein paar wunderbare Tipps, wo ich in den nächsten Tagen hinsiegeln könnte und sollte.


Nachdem alles wieder sicher verteuert war, habe ich mir die Wanderschuhe geschnappt. Und bin die Fahrt oben auf die Spitze des Scherenberges gekracht. Das war nicht ganz ohne, viel Geröll, Steine, glitschige Baumstämme, aber ich habe es geschafft, dass ich oben war, wo ich da runterkommen soll. Die Aussicht war okay, leider immer ein paar Bäume weg, aber ich habe ein paar Fotos gemacht.



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